Testspiel gegen RB Leipzig – Nicht mit uns!
Als unser Verein vor ein paar Tagen den Sommerfahrplan inklusive geplanter Testspiele veröffentlichte, blieb dem ein oder anderen sicherlich etwas der Kloß im Hals stecken. Denn ein Spiel stach hier besonders heraus. Am 13. Juli soll wie bereits im Jahr 2010 ein Testspiel gegen den vom Großkonzern Red Bull hergerichteten Verein RasenBallsport Leipzig stattfinden. Wie vielleicht schon einige registriert haben, gab es bei unserem Spiel am letzten Sonntag beim FC St. Pauli als erste Reaktion eine t-shirt Aktion mit der Forderung nach einer Absage dieses Spiels.
Die „Geschichte“ des RB Leipzig begann erst im Jahre 2009. Nach Übernahme des SSV Markranstädt sowie diverser Jugendmannschaften des FC Sachsen Leipzig stieg das neue Produkt, welches mit Hilfe von millionenschweren Finanzmitteln auf längere Sicht den Sprung in die Bundesliga schaffen möchte, erst vor knapp 4 Jahren in den Spielbetrieb der 5. Liga ein. Vereinslogo, Vereinsname, Stadionname und auch Fanartikel sind bereits namentlich und optisch klar dem Energy-Drink Anbieter zuzuordnen. Es wurden bereits Millionen in den Kader investiert und der Aufstieg in die 3. Liga ist aktuell nur noch Formsache.
Wir werten diesen „Verein“ als einen Angriff auf jegliche Form von Tradition und Vereinsgeschichte. Hier hat der Groß-Konzern ein weiteres Spielzeug geformt, das den kommerziellen Wahnsinn mit allen Mitteln nach außen tragen soll. Es geht hier nicht um den sportlichen Ehrgeiz, es geht nicht um leidenschaftliche Fußballatmosphäre, es geht nicht um Hilfe für die Stadt Leipzig, es ging hierbei in unseren Augen noch nie um den Fußball an sich. Es geht nur darum, das Produkt mit allen Mitteln an den Kunden zu bringen und dafür ist es dem Investor auch Recht, die Seele des Fußballs zu verkaufen! Hier hat der Eventgedanke mehr als nur Bestand und das dazugehörige Rahmenprogramm bedeutet mehr als das Spiel auf dem Platz. Dies wollen und dürfen wir als klar denkende Fußballfans so niemals tolerieren.
Die Vereine Kickers Offenbach, Erzgebirge Aue, Hamburger SV, Hessen Kassel und Union Berlin haben gezeigt, dass die Meinung der Fans wichtiger sein kann als etwas PR für ein Multikonzern und haben ein geplantes Testspiel wieder abgesagt.
Bis jetzt haben wir uns mit Protesten zu diesem Spiel noch zurück gehalten und wollten erst die Gespräche zu diesem Thema mit unserem Verein abwarten. Die Verantwortlichen bei Hertha geben zu, dass sie mit ihrer Zusage zu diesem Testspiel wohl etwas übereilig und unüberlegt gehandelt haben. Allerdings gab es bis heute noch keine klare Aussage, ob eine Absage des Testspiels von Hertha BSC in Erwägung gezogen wird. Wir fordern also hiermit die Vereinsführung von Hertha BSC auf, dieses Spiel abzusagen um damit aufzuzeigen, dass der Volkssport Fußball noch zu den Sachen gehört, die es gilt zu bewahren.
Förderkreis Ostkurve e.V., Harlekins Berlin 98, Dynamic Supporters 2005, Hauptstadtmafia 2003, Fringe Group Berlin
