ProFans – Pressemitteilung 18. Juli 2014

18.07.2014 Aktuell

ProFans legt in der neuen Saison den Fokus auf fangerechte Anstoßzeiten

Berlin, den 18. Juli 2014

Während beim Großteil der Sportbegeisterten sich das WM-Fieber allmählich abkühlt, hat für viele Fans und Ultras der Vereine schon wieder der Alltag begonnen. Der Alltag beginnt für alle aktiven Fans dieses Landes mit dem Blick auf den Spielplan der neuen Saison. Bereits auf den ersten Blick erscheinen einige Ansetzungen, die vor allem bei den auswärtsfahrenden Fans für Kopfschütteln sorgen. Die Fans vom FC Sankt Pauli etwa müssen an einem Freitagabend (Anpfiff 18:30 Uhr) mehr als 600km bis nach Aalen fahren. Ähnlich ergeht es den Fans von Borussia Dortmund, die ebenfalls an einem Freitag (Anpfiff 20:30 Uhr) in Augsburg spielen. Von der 1. bis zur 3. Liga lassen sich diese Beispiele allein für die ersten Spieltage fortsetzen. Wieder einmal ist nicht ersichtlich, dass es für die DFL eine Notwendigkeit gegeben haben könnte, zu diesen fanunfreundlichen Terminierungen zu kommen.

Die ersten Terminierungen der Saison waren dabei gewiss nur ein Vorgeschmack auf das, was in dieser Saison vermutlich erneut folgen wird. Besonders auf die Fans der 2. Liga werden erneut Anstoßzeiten warten, die eine Anreise für viele Anhänger unmöglich macht.

Das Bündnis ProFans gründete sich in der Saison 2000/01 unter dem Namen „Pro 15:30“. Es kam damals erstmals in der Geschichte der Fan- und Ultrakultur in Deutschland zu einem großen, überregionalen Protest. Thematisiert wurde ursprünglich die Zerstückelung des Spieltages auf vier Tage mit jeweils einer Anstoß-Zeit (Fr-Sa-So-Mo). Es wurden Vertreter der Initiative zur DFL geladen, Versprechungen gemacht und Erwartungen geweckt, die nicht eingehalten wurden. Seit über 13 Jahren finden regelmäßig Gespräche mit Verbandsvertretern statt, die Protestbanner in den Stadien sind oft besonders bei Montagsspielen der 2. Liga vielen Fernsehzuschauern bekannt. Nachdem die DFL unter anderem beim Fankongress 2012 professionelle Erklärungen zu den Hintergründen der Terminierung abgegeben hat, scheint sich in der Fanszene inzwischen etwas Resignation breit gemacht zu haben.
ProFans will dieser Entwicklung in der kommenden Saison 2014/2015 entschieden entgegenwirken. „Wir treten auf der Stelle. Die Verbände haben uns Verständnis beim Thema Anstoßzeiten entgegengebracht“, sagt ProFans-Sprecherin Sandra Schwedler und führt aus: „Verändert hat sich die Situation für uns Fans allerdings nur zum Negativen. Die Spieltagszerstückelung ist inzwischen so weit vorangeschritten, dass in der 1. und 2. Liga an vier verschiedenen Tagen zu 12 (!) verschiedenen Zeiten angepfiffen wird.“

ProFans fordert die DFL und alle Beteiligten – die für die Terminierung verantwortlich sind – auf, die Spieltagszerstückelung schrittweise wieder rückgängig zu machen.

ProFans-Sprecher Jakob Falk: „Uns ist klar, dass wir das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen können und eine reine Fokussierung auf den Samstag um 15:30 Uhr als einzigen Spieltag utopisch ist. Realistisch erscheint uns allerdings, dass es nur eine Anstoßzeit an einem Tag gibt und vor allem die seit Jahren angesprochene 300km-Regel umgesetzt werden kann.“ Die sogenannte „300km-Regel“ fordert, dass nur zwei Vereine am Freitag, Sonntag oder Montag gegeneinander spielen sollen, deren Spielorte nicht mehr als 300km auseinander liegen. ProFans kritisiert grundsätzlich die „Englischen Wochen“ mit Spielansetzungen von Dienstag bis Donnerstag, sowie die unerträglichen „Montagsspiele“ der 2. Liga und fordert insbesondere für diese speziellen Termine die Einhaltung der 300km-Regel.
ProFans fordert die DFL auf, Fan-Interessen endlich höher oder mindestens gleichwertig zu den Interessen der medialen Vermarktung, der Vereine und weiteren beteiligten Mitsprechern zu behandeln.
„Wir erwarten für die kommende Spielzeit ehrliche Erklärungen für nicht nachvollziehbare fanunfreundliche Anstoßzeiten und einen zielgerichteten Dialog mit der DFL“, betont ProFans-Sprecher Alex Schulz.

Das Bündnis ProFans wird in der kommenden Saison 2014/2015 mit speziellem Fokus auf die Spielansetzungen vor und hinter den Kulissen tätig werden. Alle Fußballfans sind dazu aufgerufen, sich unseren Aktionen anzuschließen.

Wir lassen uns unser Spiel nicht nehmen!

ProFans, im Juli 2014

Innenausschussanhörung zeigt: Polizeieinsätze sind realitätsfern

29.01.2014 Aktuell

Fanhilfe Hertha B.S.C. im Januar 2014

Anlässlich der Anhörung vor dem Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin zum Thema „Stadiongewalt“ erklärt die Fanhilfe Hertha B.S.C.:

Die Ergebnisse der Anhörung zum Thema „Stadiongewalt“ im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin zeigen nachdrücklich, dass rund um die Heimspiele von Hertha B.S.C. kein erhöhtes Sicherheitsrisiko besteht. Nach Angaben von Hans-Ulrich Hauck, dem Leiter der für das Olympiastadion zuständigen Polizeidirektion 2, kam es in der gesamten vergangenen Saison zu 170 Straftaten. Wenn man diese in Relation zu 17 Ligaheimspielen setzt, so kann man nicht von einer „Gefahrenzone Stadion“ sprechen. Vielmehr belegen diese Zahlen, dass sämtliche Horrorszenarien, die regelmäßig von Polizeigewerkschaftern und selbsternannten Sicherheitsexperten skizziert werden, zumindest auf die Heimspiele von Hertha B.S.C. nicht zutreffen. Diesen Umstand sollten auch die Polizeiführung und das Landeskriminalamt Berlin (LKA) zum Anlass nehmen, ihre Einsatztaktiken rund um die Heimspiele zu ändern. Es ist für uns unverständlich, warum immer wieder Anhänger von Hertha B.S.C. weit nach Abpfiff beim Verlassen des Stadions von Seiten der Polizei massiv bedrängt und grundlos schikaniert werden, obwohl die Polizei doch selbst über Zahlen verfügt, die kein relevantes Sicherheitsproblem erkennen lassen.
Ebenso hat die Anhörung vor dem Innenausschuss deutlich gezeigt, dass die Einsatzstärke der Polizei bei den Heimspielen von Hertha B.S.C. keinerlei Realitätsbezug mehr besitzt. Mit immer mehr sogenannten Szenekundigen-Beamten versucht das LKA ein Sicherheitsproblem zu kreieren, dass es schon seit Längerem nicht mehr gibt. Die regelmäßige Gängelung und Verfolgung von friedlichen Fußballfans ist die Folge. Mit ihrer übertriebenen Präsenz im Außen- und im Innenbereich des Stadions erzeugen nicht nur die zivilen-, sondern auch die uniformierten Einheiten ein Klima der Angst und der Verunsicherung unter den Besuchern des Olympiastadions Berlin. Dieser Umstand passt nicht zu einer weltoffenen Stadt wie Berlin und zu einem Besuch bei einem Heimspiel von Hertha B.S.C., welcher nun nachweislich nicht gefährlicher ist, als ein Ausflug auf ein gewöhnliches Volksfest. Wir fordern mit Nachdruck die politischen Entscheidungsträger in dieser Stadt auf, den Auswüchsen der Polizei rund um die Spiele von Hertha B.S.C. einhalt zu gebieten. Die Anhänger von Hertha B.S.C. sind keine Versuchskaninchen für zukünftige Einsatztaktiken der geschlossenen Einsatzhundertschaften. Ebenso gibt die Gefahrenlage auch keinen Anlass dazu, die zivilen Einheiten des LKA mit immer neuen Personalstellen auszustatten. Es wird nachdrücklich versucht ein Problem zu erzeugen, dass einfach nicht existiert.

 

Aktionsspieltage zum Fankongress

18.12.2013 Aktuell

Liebe Fußballfreunde!

Wie Ihr schon mitbekommen habt, steht der nächste wichtige Termin für alle aktiven Fußballfans an, die sich für den Erhalt unserer Fankultur einsetzen: Der Fankongress am 18. und 19. Januar 2014 im Kosmos Berlin. Nach den Entwicklungen seit der Protestwelle gegen das DFL-Sicherheitspapier vor genau einem Jahr ist es wichtig, dass wir nun den nächsten Schritt gehen. Wir wollen proaktiv und konstruktiv verdeutlichen, wie wir uns den Fußball als Fans vorstellen. Wir wollen notwendige Veränderungen definieren und Erhaltungsmahnungen deutlich aussprechen. Wir wollen als Fundament des großen Fußball-Gebäudes bei den Bereichen mitreden, die für unseren Fan-Alltag von erheblicher Relevanz sind. Kontrovers wollen wir über die Themen diskutieren, die derzeit die Fanszenen in Deutschland bewegen. Wir wollen über Mitbestimmung in den Vereinen reden, über Heim- und Auswärtskurven, über Möglichkeiten der Selbstregulierung bei diskriminierenden Vorfällen, über Fan- und Sozialarbeit in den Kurven, über Grundlagen bei der ehrenamtlichen Medienarbeit, über Existenz-Probleme der kleineren Vereine, über das mehr als angespannte Verhältnis zwischen Fußballfans und der Polizei und über vieles mehr. Dazu haben wir repräsentative Vertreter_Innen aus allen Bereichen des Fußballs eingeladen. Wir erwarten einen spannenden und richtungsweisenden Kongress.

Wir rufen alle Fans in den Kurven des Landes dazu auf, den Fankongress 2014 zu unterstützen. Es kommt uns allen zu Gute. Zeigt allen Kritikern was für ein Potential in uns steckt! Alle Infos gibt es unter http://www.fankongress.de! Informiert Euch, verlinkt und verbreitet diese Seite und unterstützt damit den Fankongress 2014. Da wir auch bei diesem Fankongress unabhängig bleiben wollen und den Kongress selbstständig von Fans für Fans organisieren, sind wir auch auf Eure Geldspenden angewiesen. Jeder kleine Beitrag hilft uns weiter. Helft mit beim nächsten Schritt zum Erhalt unserer Fankultur.

Die Organisatoren

ProFans & Unsere Kurve im Dezember 2013

 

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