Der Fankongress im Internet

12.01.2012 Aktuell

Wie Ihr sicherlich mitbekommen habt, findet an diesem Wochenende in Berlin der Fankongress 2012 statt.

Das Bündnis ProFans hat in Zusammenarbeit mit vielen Fanszenen aus ganz Deutschland ein sehr vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Es wird ein breites Spektrum an nationalen, aber auch internationalen Fanthemen für ausführliche Diskussionsrunden geben. Auch unsere Gruppe und Fanszene ist an den Vorbereitungen aktiv beteiligt. Die verschiedenen Veranstaltungen wie Workshops, Diskussionsrunden und Vorträge werden sich über das gesamte Wochenende erstrecken.

Wir freuen uns zu dieser Veranstaltung eine Vielzahl kompetenter Referenten aus den verschiedensten Bereichen in Berlin begrüßen zu können. So werden Offizielle des DFB, der DFL, von Vereinen, diverser Medien, Wissenschaftler und auch international fachkundige Teilnehmer aus ganz Europa auf dem Fankongress sprechen und diskutieren.

Die Anmeldefrist für Teilnehmer ist bereits abgelaufen und es können nur noch vereinzelt Teilnehmer zugelassen werden. Aus diesem Grund möchten wir noch einmal auf den Blog zum Fankongress aufmerksam machen. Hier werden tagesaktuell immer wieder Berichte und Videos zum Geschehen veröffentlicht, so dass alle, die leider nicht mit vor Ort sein können, sich stets über das Geschehen im Kosmos informieren können.

Ob im Kosmos oder zu Hause vor dem Rechner, eines ist klar: Vor uns steht ein sehr spannendes Wochenende!

Hier geht es weiter zum Fankongress-Blog…

 

Quelle/ Text: Harlekins Berlin `98

Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren! – Stellungnahme -

6.11.2011 Aktuell

Die Entwicklungen der letzten Wochen bereiten uns große Sorgen. War es der Kampagne und den Vertretern der Verbände noch im Frühjahr gelungen, offensichtlich konstruktiv gemeinsam am Tisch zu sitzen, hat sich die Verbands-Seite weiter denn je von diesem Tisch entfernt. Die aktuelle Veröffentlichung des DFB verwundert wenig, ebenso der Wortlaut des vom DFB in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten. Aber: Die Schärfe und die neuerliche Hetzjagd auf Fussballfans sind erschreckend. Desweiteren registrieren wir erstaunt Formulierungen wie “Geister-Debatten”. Worüber, wenn nicht über den legalen und verantwortungsvollen Umgang mit Pyrotechnik, wurde in drei Treffen in der DFB-Zentrale jeweils mehrere Stunden hinweg gesprochen? Verleugnet die Verbands-Seite jetzt nicht nur die Absprachen untereinandern, sondern sogar die Gespräche?

Bereits unter Helmut Spahn gab es positive Rechtsexpertisen, die vom DFB in Auftrag gegeben wurden und die Gespräche wurden schriftlich protokolliert, teilweise auch vom DFB gegengelesen und bestätigt. Wir erwägen, diese Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ebenso entspricht es nicht den Tatsachen, dass wir nach dem Moratorium eine deutschlandweite Freigabe von Pyrotechnik erwartet hätten. Vereinbart und ohnehin unsererseits angestrebt ist eine lokale Genehmigungspraxis. Wie schriftlich dokumentiert bestand die Vereinbarung darin, dass wir nach dem erfolgten Pyroverzicht eben genau diese Möglichkeit bekommen: eine lokale, vorerst einzelfallbezogene Genehmigung in den Stadien, die von den zuständigen Institutionen auf Anfrage der Vereine die Genehmigung erhalten. Hier sollte der DFB dann kein Veto mehr einlegen. Nicht mehr und nicht weniger.

Mit Aussagen, wie von Herrn Niersbach getätigt, man müsse “begreifen, dass ein Stadion keine rechtsfreie Zone ist”, wird wiederum bewiesen, wie wenig sich tatsächlich von Seiten des DFB und der DFL mit der Thematik und unserem Anliegen auseinandergesetzt wurde. Im Stadion gelten neben den üblichen Gesetzen die Versammlungsstättenverordnungen. Aber auch und insbesondere gilt, dass die Vereine hier ihr Hausrecht ausüben dürfen. Dementsprechend besteht die rechtliche Möglichkeit, eine Anfrage auf die Nutzung bestimmter Pyrotechnik zu genehmigen, wenn vor Ort der Verein, Sicherheitsberater, Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt zugestimmt haben. Unser Rechtsgutachten hat die Genehmigungsfähigkeit von Pyrotechnik in Stadien unter bestimmten Voraussetzungen als gegeben herausgestellt, und diese Rechtsansicht wird auch von der AG Fananwälte bestätigt. Die Aussage aus dem Gutachten des DFB “Anträge auf Zulassung von Pyrotechnik durch Besucher/Fangruppen sind zwingend durch die für den Brandschutz zuständige Behörde abzulehnen.” ist auch nach unserer Ansicht völlig korrekt. Den Antrag stellt immer der Verein, das ist aus Rechtsgründen gar nicht anders möglich, zeigt aber, wie wenig sich scheinbar selbst in dem Gutachten mit unserem Konzept auseinandergesetzt wurde. Der DFB als Verband sollte sich nicht anmaßen, sich über Entscheidungen der örtlichen Institutionen und Vereine zu stellen, wenn alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt wurden und sich an die geltenden Gesetze und Verordnungen gehalten wird.

Ebenso ist die Aussage, dass der Pyroverzicht nicht geklappt habe, haltlos. Die Bedingungen des Pyroverzichts haben wir uns schriftlich bestätigen lassen und standen während des Moratoriums im ständigen Kontakt zum DFB. Unser Teil der Vereinbarung wurde nachweislich eingehalten.

Wenn nach einem so klaren Wortbruch seitens des DFB, der nun von dieser Vereinbarung nichts mehr wissen will, oder wahlweise den Pyroverzicht als misslungen bezeichnet, die Gruppen empört sind, sollte dies niemanden verwundern. Mehr Repression, strengere Verbote und härtere Strafen werden das Problem nicht lösen, sondern es weiter verschärfen. Zu dieser Erkenntnis waren neben Herrn Spahn bereits viele Personen aus Kreisen der Verbände, der Politik, der Polizei und der Soziologie gekommen. Die jetzige Haltung des DFB ist somit ein klarer Rückschritt, geprägt von Unkenntnis der Sachlage und Populismus. Natürlich haben wir auch die Vorfälle in Dortmund selbstkritisch reflektiert. Wie einer unserer Sprecher aber bereits erwähnte – durch den plötzlichen Rückzug von DFB und DFL vom Verhandlungstisch wurde der Kampagne der Rückhalt in den Fanszenen um einiges geschwächt. Mit der Folge, dass die landläufige Meinung “Legal wird es ja doch nichts, also machen wir es wie früher” herrscht und entsprechend umgesetzt wird.

Somit haben sich die Verbände mit ihrem Vorgehen selber einen Bärendienst erwiesen – diese Probleme hätte es ohne ihr Verhalten höchstwahrscheinlich nicht gegeben.

Wir werden als Kampagne trotzdem weiter an unseren Zielen arbeiten, da wir um die generelle Genehmigungsfähigkeit wissen, und weiterhin die Meinung vertreten, dass wir eine Lösung nur gemeinsam erarbeiten können. Wir fordern daher die Verbände auf, ihren Platz am runden Tisch wieder einzunehmen und unabhängig vom derzeitigen Hype sachlich und konstruktiv weiter an einer seriösen Lösung zu arbeiten.

Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren, 04.11.2011

PROFANS ORGANISIERT 2012 FANKONGRESS IN BERLIN

23.10.2011 Aktuell

Fankongress zum Erhalt der Fankultur findet am 14. und 15. Januar 2012 in Berlin statt

Zu einem Fankongress in Berlin lädt die bundesweite Faninitiative ProFans am 14. und 15. Januar 2012 ein. Nach der Demonstration “Zum Erhalt der Fankultur” sehen die Initiatoren den Fankongress, der im “KOSMOS” an der Karl-Marx-Allee stattfinden wird, den logischen nächsten Schritt für einen Fußball der Zukunft, in dem Fans ein elementarer Bestandteil sind.

Auch im Jahre 2011 ist das Fußballfandasein eine Herausforderung. Bilder und Berichte von Ausschreitungen, gepaart mit populistischen Forderungen nach mehr Repression und härteren Gesetzen, bestimmen die Medienberichterstattung und prägen somit auch das Bild von Fußballfans in der öffentlichen Wahrnehmung. Eine Berichterstattung über die vielen positiven Aspekte der Fankultur findet so gut wie gar nicht statt. Ebenso wenig spielen die Herausforderungen eine Rolle, denen Fans sich tagtäglich stellen müssen. Der Alltag von Fans ist bestimmt von Konfrontation und Drangsalierung statt Dialog und Transparenz. Obwohl immer wieder betont wird, wie wichtig Fans für den Fußball sind, wird nur von Partnerschaften zwischen den Verbänden, Vereinen, Sicherheitsorganen, Fernsehanstalten und Sponsoren gesprochen. Fans werden nicht als Gesprächspartner auf Augenhöhe akzeptiert.

Der offizielle Abbruch der Gespräche mit den Verbänden – der Ausstieg aus der AG Fandialog im September 2010 – war die logische Konsequenz aus den oben genannten Zuständen, die auch in den Vorjahren bereits zu beklagen waren. ProFans war und ist weiterhin gesprächsbereit, nimmt es jedoch nicht länger hin, dass man nicht ernsthaft mit den Fans redet – ihnen noch nicht mal wirklich zuhört. Niemand erwartet, dass alle Forderungen 1:1 umgesetzt werden, aber eine ernsthafte, gemeinsame und gleichberechtigte Auseinandersetzung mit den Themen ist unumgänglich. Fans sind keine Bittsteller, Fans sind Teil des Fußballs!

Mit der Fandemo im Oktober 2010 wurde von den Fangruppen ein deutliches Zeichen gesetzt. Die Kampagne „Zum Erhalt der Fankultur“ wurde anschließend mit lokalen Aktionen weiter geführt. Es ist nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. “Wir sind bereit zu diskutieren, zu analysieren, zu reflektieren und Konzepte zu entwickeln. Wir wollen Freiräume und Verantwortung, und daher ist es an der Zeit, dass wir unsere Zukunft selber in die Hand nehmen. Dass wir darüber reden und debattieren, Ideen austauschen und Lösungsansätze entwickeln, wie wir uns die Zukunft von Fans im Fußball vorstellen und wie dies machbar ist. Leidenschaftlich und emotional, aber auch selbstkritisch und realistisch”, so Philipp Markhardt, Pressesprecher von ProFans.

Deswegen wird es am Wochenende vom 14. bis zum 15. Januar 2012 einen aus den Reihen der Fans selbst organisierten Fankongress geben, auf dem zusammen mit anderen wichtigen Entscheidungsträgern in Workshops, Referaten und Podiumsdiskussionen darüber gesprochen werden soll, welcher Fußball in der Zukunft vorstellbar ist und welche Rolle Fans in diesem spielen werden.

ProFans im Oktober 2011

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